Gedenken und Aufbruch

Tag Zwei der Ruanda-Delegationsreise begann mit einem Gespräch mit dem neuen deutschen Botschafters in Ruanda, Dr. Peter Woeste. Auch das Thema Menschen mit Behinderungen ist Bestandteil der Arbeit der Botschaft. Sie arbeitet mit dem nationalen Behindertenrat (NCPD) und dem Dachverband der Selbsthilfeverbände von Menschen mit Behinderungen (NUDOR) zusammen.

Danach fuhren wir in die Gedenkstätte nach Nyamata. Bei dem Genozid im Jahr 1994 wurden hier tausende Schutzsuchende Tutsi in einer Kirche und auf dem Gelände umgebracht. Heute ist dieser Ort eine Gedenkstätte mit  Massengräbern für 15.000 Opfer des Genozids. Ein Ort des Gedenkens und der Mahnung an uns alle.

Einen neuen Aufbruch signalisiert die inklusive Schule in Kamonyi. In der Schule werden behinderten und nicht behinderten Schülerinnen und Schüler gemeinsam unterrichtet. Durch eine von Dr. Geisen aus Landau und dem neuen Institute vor Special Needs and inclusive education initiierte Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrer wird der Unterricht an die unterschiedlichen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler angepasst. In der Klasse die ich besucht habe, waren sechs Kinder mit Förderbedarf. Die Lehrerin geht im Unterricht auf die unterschiedlichen Beeinträchtigungen ein. Einige Schüler machen die Aufgabe von ihrem Platz aus. Andere konnten an die Tafel gehen und wurden bei der Lösung der Aufgaben unterstützt. Hier sind Methoden von zieldifferenten im Unterricht zu erkennen und die Abkehr vom üblichen Frontalunterricht. Ein echter Fortschritt gegenüber unserem ersten Besuch vor drei Jahren.

Bei den Besuchs der Schule habe ich auch einen Stoff-Elefanten erstanden. Der Inklusions-Elefant wird mich auf der Delegationskreise begleiten. Er steht für Inklusion: man braucht viel Kraft, viel Ausdauer und eine dicke Haut.

Das Institut for Special needs and inclusive education der Universität in Kigali konnten wir anschließend besuchen. Durch die Förderung in der Partnerschaft zwischen Rheinland-Pfalz und Ruanda wurden Geräte  und Hilfsmittel wie Braille Zeilen, Vergrößerungsgeräte und Audiometrie-Geräte angeschafft. In dreimonatigen Kursen werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedenen Zentren und Schulen ausgebildet. Heute konnten die Zertifikate für weitere 19 Teilnehmerinnen und Teilnehmer überreicht werden. Besonders gefreut hat mich, dass viele Bekannte in der Zusammenarbeit im Bereich Menschen mit Behinderungen mit dabei waren. Die Vernetzung der Zentren und der Akteure ist eine gute Basis, Inklusion in Ruanda voranzubringen. Das bestätigte auch der Vizekanzler der Universität. Sein Ziel ist, dass jede Schule in Ruanda Inklusiv wird und Kinder mit Beeinträchtigungen unterrichten kann.

Hier Fotos von dem Tag in Ruanda

Gespräch mit Botschafter Dr. Woeste

Besuch der Gedenkstätte

Die aufgebrochene Kirchentür

Begrüßung durch die Schülerinnen und Schüler in Kamonyi

Gerlinde Busch testet das Braille-Alphabet aus Kronkorken

Unterricht in der inklusive Klasse

Angepasster Unterricht an der Tafel

Musik und Tanz mit den Kindern

Übergabe unserer Inklusion Uhr an die Leiterin der inklusiven Schule

Hilfsmittel für blinde und sie behinderte Menschen an der Universität Kigali

Übergabe der Zertifikate am Institut for Special needs Inclusive education

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