Südtirol auf dem Weg zu Inklusion und Barrierefreiheit

Bozen war die erste Station heute auf unserer Inklusionstour. Dort wurden wir von Landesrätin Dr. Martha Stocker herzlich empfangen. Sie berichtete uns über die beeindruckende Beteiligung der betroffenen Menschen bei der Weiterentwicklung ihres Landesgesetzes für Menschen mit Behinderungen.

Fünf Jahre Zeit haben die Gemeinden in Südtirol, um Barrieren an ihren Gebäuden zu beseitigen. Dazu wurde vom Amt für Menschen mit Behinderungen eine Checkliste entwickelt, mit denen die Techniker und Planer die Barrierefreiheit ihrer Gebäude einschätzen können. Alle 116 Gemeinden müssen einen Anpassungsplan an die Landesbehörde geben, so der Berichts des Teams das Amtes für Menschen mit Behinderungen von Dr. Ute Gebert und Dr. Loris de Benedetti.

Bei den Schulen ist Barrierefreiheit übrigens kein Thema mehr, sie ist bereits umgesetzt. 30 Jahre Inklusion haben hier schon gewirkt. Jedes Kind geht in seiner Gemeinde zur Schule. Das ist der Grundsatz, wie Kinder mit und ohne Behinderungen in Südtirol gemeinsam die Schule besuchen.

Auch in Südtirol gibt es ähnliche Instrumente, Menschen mit Behinderungen die Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen. In den letzten Jahren wurden vermehrt Sozialgenossenschaften mit 30 % behinderten Beschäftigten gegründet, die vergleichbar mit unseren Integrationsfirmen sind. Mit ausgelagerten Werkstattplätzen und langfristigen Praktika in regulären Betrieben soll der Übergang von der Werkstatt in den allgemeinen Arbeitsmarkt gestärkt werden, so der Bericht von Dr. de Benedetti.

Landesrätin Dr. Stocker ist uns als Fan vom FC Kaiserslautern bekannt. Sie freute sich riesig über den FCK-Schal als Mitbringsel. Ben Steinfurth vom Team Barrierefrei des FSV Mainz 05 ließ es sich nicht nehmen, einen Schal vom Rheinland-pfälzischen Erstligisten zu ergänzen.

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Landesrätin Dr. Stocker bei der Staffelstabübergabe und mit FCK Schal

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Die rheinland-pfälzische Delegation im Landhaus in Bozen

Weiter nach Meran zu den Gärten von Schloß Trautmannsdorff

Bei herrlichem Wetter und Blick auf die Alpen ging es weiter nach Meran. In Schloss Trautmannsdorff empfing uns Günter Ennemoser von der Sozialgenossenschaft Independent. Seit zehn Jahren führt Independent Erhebungen zu barrierefreien Tourismus in Südtirol durch. Ergebnis ist die informative Webseite Südtirol für alle.

Zur Aufgabe von Independent gehört auch die Erhebung von Barrieren in den Gemeinden Südtirols. Allein in Bozen wurden 600 Barrieren dokumentiert und 10 % davon direkt von der Kommune ausgeschrieben und beseitigt.

Die Gärten von Schloss Trautmannsdorff war blühendes Highlight des Tages. Schloß Trautmannsdorff ist durch mehrere Glasaufzüge barrierefrei erschlossen. Ein gutes Beispiel wie Denkmalschutz und Barrierefreiheit verbunden werden kann.

Heute hätte Kaiserin Sissi auch im Alter einen angenehmen Urlaub im Schloss verbringen können. Hier noch ein paar Eindrücke von den blühenden Gärten:

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Glasaufzug in Schloss Trautmannsdorff

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