Ideen-Workshop zu Arbeit und Bildung

Am Freitag hat der erste Ideen-Workshop zur Fortschreibung des Landes-Aktionsplans zur Umsetzung der UN Behinderten-Rechts-Konvention stattgefunden. Über 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus ganz Rheinland Pfalz haben in Mainz Ideen und Ziele gesammelt.

Zeichen für neue Ideen und gute Beispiele waren Blumensamen, Energietee und Schokolade für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops.

Zunächst wurde die Entwicklung der letzten Jahre in den Handlungsfeldern Arbeit und Wohnen vorgestellt. Die Stellungnahme aus dem Landes-Teilhabe-Beirat spielte hier eine wichtige Rolle.

Die Anzahl der Kinder und Jugendlichen, die eine Förderschule besuchen, nimmt in Rheinland-Pfalz ab. Gleichzeitig steigt die Anzahl der Kinder und Jugendlichen mit Behinderungen, die gemeinsamen Unterricht besuchen. Die Anzahl der persönlichen Budgets und des Budgets für Arbeit ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Dennoch arbeiten mehr Menschen mit Behinderungen in den Werkstätten und wohnen in Wohnheimen als noch vor zehn Jahren.

In Arbeitsgruppen wurden dann Vorschläge und Ideen zur Umsetzung UN-Behinderten-Rechts-Konvention erarbeitet. Was wollen wir bis zum Jahr 2020 erreicht werden und was muss dazu im Landesaktionsplan 2015 stehen? Mit dieser Leitfrage konnten über 80 Vorschläge zusammengebracht werden, die helfen werden, den Landesaktionsplan 2015 zu erarbeiten.

Weiter geht’s mit dem nächsten Ideen-Workshop am 10. Juni 2014 in Trier. Ich freue mich auf gute Beteiligung und viele neue Ideen und Vorschläge.

Weitere Infos zum Landesaktionsplan 2015 gibt es auf der Webseite Inklusion.rlp.de. Hier einige Eindrücke vom ersten Ideen-Workshop.

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Arbeitsgruppe zum lebenslangen Lernen mit Marianne Münz, Nora Sties und Dr. Heike Engel

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Bericht aus der Arbeitsgruppe Schule und Kita

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Marc Solomayer berichtet aus der Arbeitsgruppe Arbeit

Schulbesuch 1: Berufsbildende Schule EHS in Trier

Mein erster Schulbesuch zu Inklusion in der Schule ging nach Trier. Und zwar direkt an das Ende der Schulzeit, der Übergang von der Schule zum Beruf. Schon seit mehreren Jahren nimmt die berufsbildende Schule in Trier Jugendliche mit Behinderungen in ihre Berufsvorbereitungsjahr-Klassen auf.

In einer Klasse sind vier Jugendliche mit Behinderungen. Heute war die Arbeit am Projekt Hände dran. Hände werden aus Stoff ausgeschnitten, künstlerisch verarbeitet, künstlerisch gestaltet und zu einer großen Stoffcollage für das Schulfest zusammen genäht. Das ganze passiert an einem großen Tisch in der Gruppe. In der Gruppe ist viel kreatives Potenzial vorhanden. Einer der Schüler mit Lernschwierigkeiten mal selbst Bilder, die bereits bei den Kunstausstellungen zum Aktionstag am 5. Mai in Trier ausgestellt wurden. Eine andere Schülerin ist talentiert du Zeichnerin im Manga-Stil.

Mit viel Ehngagement bei den Lehrerinnen und Lehrer und guten Zusammenhalt bei den Jugendlichen wird hier seit Jahren Alternativen zu Förderschule und Werkstatt umgesetzt. Die Schülerinnen und Schüler mit Lernschwierigkeiten kommen aus den Schwerpunktschulen und führen ihre Werkstufen-Schulzeit im Berufsvorbereitungsjahr der Berufsbildenden Schule durch.

Begleitet wird das Berufsvorbereitungsjahr durch Praktika in regulären Betrieben. Zehn von 15 Schülerinnen und Schülern mit Lernschwierigkeiten konnte eine Qualifizierung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt ermöglicht werden. Mittlerweile gibt es auch Anfragen von Abgängerinnen und Abgängern von Förderschulen, über das Berufsvorbereitungsjahr eine Vorbereitung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zu bekommen. Es gibt Bedarf, eine zweite Klasse einzurichten.

Mit bei den Besuch dabei waren die kommunalen Behindertenbeauftragten Nancy Poser und Peter Musti, sowie Regina Seibel-Schnell vom Paritätischen. Die Erfahrungen und Ergebnisse der inklusiven Arbeiten an der berufsbildenden Schule in Trier haben uns sehr beeindruckt. Das Modell in Trier eignet sich sehr, um an andere Orte übertragen zu werden. Damit wäre eine angemessene und Inklusiv ausgerichtete Berufsvorbereitung für Jugendliche mit Lernschwierigkeiten aus den Schwerpunktschulen gewährleistet.

Herzlichen Dank an Schulleiterin Frau Groß und ihr Team für den spannenden Einblick in ihre Arbeit.

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Foto vom Schulbesuch bei der Berufsbildenden Schule in Trier mit den Schülerinnen und Schülern