Barrierefreie Bahntour durch Rheinhessen und Pfalz

Mit der Regionalbahn durch Rheinhessen und die Pfalz, sieben Mal umsteigen. Das kann mit dem Rollstuhl ein echtes Abenteuer sein. Das wollte ich gerne testen, zusammen mit den kommunalen Behindertenbeauftragten und Beiräten vor Ort. Anlass sind die neuen Fahrzeuge im Dieselnetz Südwest, die seit Dezember 2015 in Rheinhessen und der Pfalz den Rheinland-Pfalz-Takt 2015 ergänzen.

Los geht es Morgens, kurz vor acht Uhr am Mainzer Bahnhof. Die Aufzüge sind zum Glück wieder repariert. Ohne Voranmeldung und ohne Stufe geht es in den Süwex nach Bingen. Ich liebe die Freiheit des barrierefreien Fahrens mit dem neuen Regionalexpress Süwex. Sich keine Gedanken um Einstiegshilfen zu machen ist fast Luxus, aber eigentlich ist es nur gleichberechtigte Mobilität – und bequem für Alle.

 

Bahnsteig und  Gleise am  Hauptbahnhof Mainz

Morgenstimmung am Mainzer Hauptbahnhof

  
 
Einstieg inden Süwex ohne Stufen und mit Spaltüberbrückung

Keine Stufe, kein Spalt – Einstieg in den Regionalexpress

  
Ansicht des Rollstuhlplatzes im inneren des Zuges

Rollstuhlplatz im Süwex

 
Der Bahnsteig in Bingen Hauptbahnhof ist etwas niedriger als in Mainz. Dafür wird die Rampe ausgelegt, die in jedem Zug vorhanden ist. Bei der Fahrkartenkontrolle habe ich nach der Rampe gefragt, das Zugpersonal legt sie bei der Ankunft aus. In Bingen werde ich von Dieter Moritz und Gerhard Hemicker vom Behindertenbeirat Bingen empfangen. Sie zeigen mir, was noch zu tun ist und für was sich der Beirat engagiert. Die Bahnsteige sind zu niedrig und müssten erneuert werden. Die Stadt wurde aufmerksam gemacht, die Stufenmarkierung zur Überführung zu verbessern. Das Blindenleitsystem endet unvermittelt am Übergang zum Bahnhof. Und die Behindertentoilette war zwei Jahre wegen Vandalismus geschlossen, jetzt ist das Rollstuhlsymbol entfernt und gar keine Toilette mehr ausgewiesen. Es gibt also gut etwas zu tun, das Engagement des Beirats wird weiter gebraucht.

 

Bild vom Auslegen einer faltbaten Rampe durch das Zugpersonal

Rampe zum Ausstieg wird ausgelegt

  
Bild mit Matthias Rösch und Dieter Moritz am Bahnsteig vor den Zug

Dieter Moritz vom Behindertenbeirat am Hauptbahnhof Bingen

  
die Tür der ehemaligen Behindertentoilette am Binger Hauptbahnhof

Hier war einmal eine Behindertentoilette

  
Bild vonm Zugang zum Bahnsteig, die Blindenleitlinie endet unvermittel an der Grenze zum Bahnsteig

Leitlinie endet im Nichts

  

Treppenaufgang mit verblasster Stufenmarkierung

Treppe mit Bedarf für bessere Stufenmarkierung

 
Zu Fuß und per Rad geht es zum Binger Stadtbahnhof. Dort treffen wir Gracia Schade, Behindertenbeauftragte des Landkreis Mainz-Bingen.  Es schneit ein wenig, höchste Zeit in dem geheizten Zug einzusteigen. Die neuen Fahrzeuge vom Typ Coradia Lint sind auf dem extra für die Regionalbahnverbindung nach Worms ausgebauten Bahnsteig bequem auch mit dem Elektrorollstuhl zu befahren. Das macht den Einstieg auch für Gracia Schade als SPNV-Neuling leicht.

 

Gracia Schade fährt mit dem Elektrorollstuhl stufenlos in  das neue Fahrzeug

Barrierefreier Einstieg in die neue Regionalbahn

 
 
Bild im inneren des Zugs. Gracia Schade spricht in ein Mikrofon,mdass die mitreisende SWR Reporterin  hält

Gracia Schade beim Interview mit dem SWR

 
Wie bei den baugleichen vlexx-Fahrzeugen ist bei der Innenausstattung auf kontrastreiche Gestaltung geachtet. Ein Display mit großer Schrift gibt aktuelle Informationen über Fahrtverlauf und Pünktlichkeit. Die Toilette ist großzügig gestaltet. Vor den Ausschreibungen zum Rheinland-Pfalz-Takt haben eine Expertinnen- und Expertengruppe des Landesteilhabebeirats und des Zweckverbands Schienenpersonennahverkehr die Anforderungen zur Barrierefreiheit besprochen. Das zahlt sich jetzt aus, besonders weil die Ausschreibungen eine Laufzeit von mehr als 20 Jahren haben.

Auf der weiteren Strecke wird es spannend. Welche Stationen sind schon barrierefrei ausgebaut? Gensingen-Horweiler ist provisorisch ausgebaut und nicht wirklich barrierefrei. Bei der Haltestation Welgesheim-Zotzenheim geht die Wiese bis zur Bahnsteigkante. Aber ab dann sind wir durchgehend im grünen Bereich. Sprendlingen, Wallertheim, Alzey – alle folgenden Stationen sind barrierefrei ausgebaut. Bis Monsheim. Hier fehlt der Aufzug, um vom Mittelbahnsteig weg zu kommen. Das ist ein echter Mangel, weil hier auch die Linie nach Eisenberg und Ramsen abgehen. Wir steigen um in die Regionalbahn nach Grünstadt. Das geht, weil wir auf dem Mittelbahnsteig bleiben. Jetzt beginnt die Zeit der häufigen Umstiege, weil es noch keinen durchgehenden Zug Richtung Neustadt an der Weinstraße gibt. 

Beim Umstieg in Grünstadt treffen wir Ute Brunner, Verkehrsexpertin des Landkreises Bad Dürkheim und Regina Schmitt, die für den barrierefreien Tourismus im Landkreis zuständig ist. Der Landkreis Bad Dürkheim ist eine der zehn Modellregionen für barrierefreien Tourismus in Rheinland-Pfalz. Informationen zur Mobilität gehören dazu, ein gemeinsames Portal zu den touristischen Angeboten und Bahn und Bus ist Ziel.

Und in Grünstadt treffen wir auf eine böse Überraschung. Der Aufzug an unserem Bahnsteig ist defekt und wird gerade repariert. So kommen wir nicht auf den Bahnsteig, wo unsere Regionalbahn nach Freinsheim abfährt. Die Lösung ist, dass der Zug auf unser Gleis umgeleitet wird. Auch wenn es ein Zug später ist, eine halbe Stunde später kommen wir weiter. Hilfreich für solche Situation ist ein Anruf bei der 3S-Zentrale, sie kennt sich vor Ort aus, welche Verbindungen und Bahnstationen genutzt werden können.

Der Gleiswechsel wird nicht nur angesagt. Auch auf der Anzeige wird er angegeben. Damit ist die Information auch für hörbehinderte Menschen sicher gestellt – ganz nach dem „Zwei-Sinne-Prinzip“ der Barrierefreiheit. 

 

Mit rot-weißem Flatterband gesperrter Aufzug

Überraschung – defekter Aufzug in Grünstadt

 
  
Matthias Rösch ducht per Tablet nach neuer Zugverbindung

Umplanen – welche Verbindung ist möglich

 

 Laufschriftanzeige zum Gleiswechsel 

Laufschriftanzeige zum Gleiswechsel  

Laufschriftanzeige zum Gleiswechsel

Zwei-Sinne-Prinzip: Durchsagen werden auch angezeigt

 
Beim Umstieg in Freinsheim wartet schon Werner Schreiner auf uns.

Der ehemalige Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar und jetzige Landesbeauftragte für grenzüberschreitende Zusammenarbeit begleitet uns bis nach Neustadt. Als erfahrener Verkehrsexperte kennt Schreiner jede Schiene und jede Haltestelle in der Region. Er berichtet, wie von Anfang an im Zweckverband SPNV Rheinland-Pfalz Süd auf den barrierefreien Ausbau der Bahnstationen geachtet werden. Mittlerweile sind schätzungsweise 85 Prozent der Bahnstationen im Süden von Rheinland-Pfalz barrierefrei ausgebaut und fast flächendeckend mit modernen barrierefreien Fahrzeugen ausgestattet.

Mittlerweile ist Gracia Schade auf der Rückfahrt nach Bingen in Monsheim hängen geblieben. Sie kommt nicht auf Gleis 1, um den Anschlusszug zu bekommen. Hier fehlen die Aufzüge am Bahnhof. Per Handy wird die Route über Worms und Mainz als Lösung ausgemacht. Eine kleine Rheinhessen-Odyssee, die aber schließlich ans Ziel führt..

 

Auf dem Bahnsteig Freinsheim mit Ute Brunner, Regins Schmitt, Werner Schreiner und Matthias Rösch

Am Bahnhof Freinsheim mit Werner Schreiner – Umstieg Nummer 4

  
Aufnahme im Zug

Im Zug mit Werner Schreiner und Ralf Schwambach von drr Deutschen Bahn, Berichte aus der Geschichte des SPNV

 

In Neustadt wartet Hans Manger vom Behindertenbeirat auf uns. Nach einem Kaffee und einem Gespräch über den barrierefreien Ausbau der Bushaltestellen in der Region geht es weiter mit dem RegionalExpress über Ludwigshafen Mitte nach Worms. Dort werden wir vom neuen Behindertenbeauftragten der Stadt Wolfgang Schall und Heiner Bögler vom Sozialverband Deutschland auf dem Bahnhof begrüßt. 

Der Bahnhof wurde vor 5 Jahren mit Aufzügen ausgestattet. Der Seniorenbeirat und der SoVD haben sich für die Einrichtung einer Behindertentoilette stark gemacht. Was noch fehlt sind automatische Türen zur Bahnhofshalle. Auch hier gibt es Berichte von nicht funktionierenden Aufzügen.

 

mit Hans Manger am Bahnhof Neustadt

  

Einstieg in den Regionalexpress nach Ludwigshafen

  
auf dem Bahnsteig in Ludwigshafen Mitte

Umstieg in Ludwigshafen Mitte

  
Aufnahme im Regionalexpress

Im Regionalexpress ist mehr Platz

  
Bild mit Wolfgang Schall Heiner Böckler

Begrüßung in Worms am Hauptbahnhof

  

Es geht auch anders herum, die Rampe kann auch in den Zug hinein gelegt werden, um eine Stufe zu überwinden.

 

 

Ein Mann mit Gehhilfen berichtet über seine Erfahrungen mit defekten Aufzügen

Erfahrungsbericht über defekte Aufzüge

  
Heiner Bögner an der Zugangstür zur Bahnhofshalle in Worms

Hier fehlt ein automatischer Türöffner

 

Mein Fazit der Bahn Tour ist: mit dem Rheinland-Pfalz Takt 2015, den neuen Fahrzeugen und den barrierefrei ausgebauten Bahnstationen ist ein enormer Fortschritt für barrierefreie Mobilität gelungen. Ich habe wunderbare Landschaften von Rheinhessen und der Weinstraße vom Zug aus entdecken können, was vorher nicht möglich war. Aber es gibt noch Lücken, der Einbau von Aufzügen am Bahnhof Monsheim ist dringend erforderlich. Auch muss die Bahn mehr in Wartung und Service für Ihre Aufzüge investieren. Es nutzt nichts, mehr Aufzüge an den Bahnhöfen zu haben, wenn diese häufig und lange defekt sind. Die Informationen, wie barrierefreies Reisen im Nahverkehr mit der Bahn möglich ist, muss den Menschen mit Behinderungen noch besser angeboten werden. Zum Beispiel dass in jedem Fahrzeug eine Rampe vorhanden ist, die ohne Voranmeldung angelegt werden und welche Ansprechpartner in Notfällen und bei Umplanungen vorhanden sind, das ist häufig noch zu unbekannt. Es lohnt sich, die neuen Verbindungen auszuprobieren. Erst durch Praxis und Routine wird Barrierefreies Reisen möglich und ein Gewinn für Alle.

Mein besonderer Dank gilt Ralf Schwambach von der Deutschen Bahn, der uns während der Fahrt großartig unterstützt hatte zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen sowie Manfred Janß von der Allgemeinen Zeitung und dem SWR für die intensive Begleitung bei der Bahntour.

 Händedruck mit Service-Mitarbeiter der Bahn 

Express Frühling in der Pfalz

Eine Frühlingstour in die Pfalz und dabei die neuen Regionalexpress Verbindungen testen. Der Rheinland-Pfalz-Takt 2015 und bestes Frühlingswetter machen das möglich. In Mainz treffe ich mich mit Ottmar Miles-Paul und Susanne Göbel für unsere zur guten Tradition gewordenen Zug-Touren. Zunächst geht es mit dem Regionalexpress RE 4 von Mainz nach Karlsruhe. Seit einigen Wochen werden die neuen Fahrzeuge eingesetzt. Der Einstieg in Mainz ist problemlos, im Fahrzeug ist viel Platz, drei Rollstühlplätze sind eingerichtet und gute Kontraste bei der Einrichtung ergänzen die Barrierefreiheit. So ging es schnell und angenehm nach Karlsruhe. Hier Eindrücke vom neuen Süwex, dem Süd-West-Express:

  

Der Süwex am Bahnhof Mainz

   

Stufenloser Einstieg mit Spaltüberbrückung

 

Rollstuhl-Platz im Fahrzeug

  

Komfortable und barrierefreie Innenausstattung

In Karlsruhe ging es dann weiter im Regionalexpress Richtung Landau nach Winden in der Pfalz. Der Umstiegs-Bahnhof für die Linie nach Bad Bergzabern ist mittlerweile mit Aufzügen ausgestattet. Als allerdings der Zug nach Bad Bergzabern einfährt, gibt es eine Überraschung. Ein altes Fahrzeug mit mehr als vier Stufen beim Einstieg ist eingesetzt. Die Nachfrage beim Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Süd ergibt, das durch einen Unfall und mehrere Fahrzeugschäden sieben der Niederflur-Fahrzeuge in Reparatur sind. Diese hoffentlich nur kurze Episode nicht barrierefreier Züge in der Pfalz wird hoffentlich bald beendet sein. Also heißt es umplanen; statt in die Kurstadt Bad Bergzabern geht es weiter nach Neustadt an der Weinstraße. Auf der Strecke gibt es noch einige Bahnstationen die noch im alten Stand sind. Beim Ausstieg in Neustadt brauche ich dann die im Fahrzeug mitgeführte Rampe, um aus dem Zug heraus zu kommen. Und es lohnt sich. Bei Sonnenschein und warmen Temperaturen lässt sich der Frühling auf dem Marktplatz an der Stiftskirche genießen. Hier Eindrücke von der Tour durch die Pfalz:

  

Der Zug mit dem Namen Wilgartswiesen – unsere Verbindung in die Pfalz

  

Katze am Bahnsteig 1 in Winden

  

Dieser Zug fährt ohne uns nach Bad Bergzabern  

 

Gruppenbild mit Elwedritsche am Brunnen in Neustadt

  

Stiftskirche und Marktplatz im Frühling

 

Die Menschen genießen die Frühlingssonne in der Neustädter Altstadt

Mein Fazit ist: mit den neuen Regional-Express-Zügen, die ab Mai auch auf der Rheinstrecke eingesetzt werden, ist ein enormer Fortschritt für barrierefreie Mobilität gelungen. Der Ausbau der alten Bahnstationen ist daher weiter nötig. Auch so manche Diskussion mit dem Zugpersonal, ob die Rampe in den Zügen auch ohne Voranmeldung ausgelegt werden kann, ist entbehrlich. Zusammen mit den neuen barrierefreien Zügen in Rheinhessen und an der Nahe-Strecke kann es noch viele barrierefreie Frühlings- und Sommerausflüge geben.

Neuer Zug zum Donnersberg

Im achten Jahrhundert wurde Kirchheim zum ersten Mal erwähnt. Heute geht es mit neuen und barrierefreien Zügen nach Kirchheimbolanden. Nach Anfangsschwierigkeiten der neuen Eisenbahngesellschaft in Rheinhessen gibt es mittlerweile einen stabilen Fahrbetrieb. Heute habe ich ihn auf einer Frühjahrstour von Mainz nach Kirchheimbolanden ausprobiert. 

Leider hat das Frühlingswetter eine kurze Pause eingelegt bei der Tour Richtung Donnersberg. Das freundliche Zugpersonal legte beim Einstieg am Mainzer Hauptbahnhof ohne Voranmeldung die Rampe aus, damit ich mit dem Rollstuhl in den Zug komme. An den großen Bahnhöfen sind die Bahnsteige auf 76 cm Höhe ausgebaut. In der Fläche ist Ziel der Ausbauhöhe bei 55 cm. Die neuen Fahrzeuge im Schienenpersonennahverkehr sind auf einen ebenerdigen Zugang für die niedrigere Höhe ausgelegt. Die Höhenunterschiede beim Einstieg an den Knotenbahnhöfen sind bedauerlich, lassen sich mit ihr im Zug mitgeführten Rampe aber gut überbrücken. Hier ein Foto vom Einstieg in Mainz.

Einstieg mit Rampe in die Regionalbahn nach Kirchheimbolanden

Unterwegs auf der Strecke über Nieder-Olm und Alzey sind bereits sehr viele Stationen modernisiert. In Wörrsrstadt wird gerade der Bahnhaltepunkt modernisiert und ein Übergang mit Aufzügen geschaffen. Auch die Ansagen im Zug sind deutlich und gut zu verstehen. Die Displays geben mit starken Kontrasten Angaben zu den nächsten Stationen. Hier Bilder von denen Stationen unterwegs und am Ziel der Tour in Kirchheimbolanden.

Ebenerdiger Einstieg mit automatischer Spaltüberbrückung

Rollstuhlplatz im Zug

Ausstieg aus der Regionalbahn

Die Regionalbahn am Zielbahnhof Kirchheimbolanden

Von der Bahnstation Kirchheimbolanden geht es durch den Schlossgarten Richtung Innenstadt. In ein paar Tagen, wenn es ein paar Grad wärmer ist und das erste Grün in der Parkanlage wächst, wird das ein besonderes Erlebnis sein. Heute war eher ein Café in der Stadt angesagt. Die gut erhaltene Stadtmauer ist eine weitere Sehenswürdigkeit. Das Stadtmuseum wäre sicherlich noch beeindruckender, wenn der Treppenlift am Eingang nicht ab montiert wäre und so der Zugang unnötig erschwert ist. Das ist für mich nicht nachvollziehbar, im Innenraum ist die Ausstellung sehr gut gestaltet und vor ein paar Jahren ist auch ein Aufzug im Gebäude eingebaut worden, um dort die Barrierefreiheit sicherzustellen.

Hier Fotos von dem Besuch in Kirchheimbolanden

Das Schloss mit Eingang zum Schlosspark

Die Schlosskatze wartet auf den Frühling

Vorstadtturm und Barockhäuser

Fazit: vor etwa 30 Jahren habe ich einen Schwerbehindertenausweis bekommen mit einer Liste von Bahnstrecken im Umkreisbekommn, die ich kostenfrei nutzen könnte. Damals hätte ich schon gerne eine Bahn Tour mit meinem  bahnbegeisterten Bruder in Rheinhessen unternommen. Das war damals vollkommen unmöglich. Die Bahnhöfe waren  mit dem Rollstuhl unzugänglich und die Fahrzeuge erst recht. Heute haben wir die Tour unternommen, das war ein großartiges Erlebnis.

Anmerkung: mittlerweile hat sich das Museum im Stadtpalais gemeldet. Für die Stufen am Eingang ist eine mobile Rampe vorhanden, die bei Bedarf ausgelegt wird. Das Team des Museums wir darüber noch einmal informiert. Einem barrierefreien Besuch des Museums steht somit nichts im Wege.

Ostertour in den Odenwald

Ohne Voranmeldung eine Bahntour mit Rollstuhl in den Odenwald unternehmen. Wird das funktionieren? Der Ausflug in den frühlingshaften Odenwald und ins historische Städtchen Michelstadt lohnt sich auf jeden Fall.

Los geht es mit der S-Bahn vom Mainzer Hauptbahnhof nach Frankfurt. Der Einstiegsservice in die S-Bahn funktioniert reibungslos. Zum Glück kommen bald die neuen S-Bahn-Züge mit Rampe im Zug, dann werden auch an weiteren Stationen ein barrierefreier Einstieg möglich sein.

Beim Einstieg in die Odenwaldbahn am Frankfurter Hauptbahnhof wird es eng. Viele Reisende, Studierende zur Uni Darmstadt und eine ganze Vorschulklasse mit Gepäck sowie einige Fahrräder wollen mit. Trotzdem schaffen es die freundliche Zugbegleiterin und der Fahrzeugführer die Rampe auszulegen und Platz für mich mit dem Rollstuhl zu schaffen. Hier Bilder von der Odenwaldbahn und der mitgeführten Rampe.

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Odenwaldbahn mit Rampe zum Einstieg

Michelstadt ist eine historische Stadt im Herzen des Odenwalds, der Ausflug lohnt sich. Hier einige Bilder vom historischen Rathaus (bekannt von Briefmarken) und dem Elefantenhaus.

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Rathaus mit Hochzeitspaar

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Osterhasen in Michelstadt

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Elefantenhaus mit Elefanten

Weiter geht es mit der Odenwaldbahn nach Eberbach. Der Umstieg in die Rhein Neckar S-Bahn ist stufenlos. Es geht durch das malerische Neckartal Richtung Heidelberg. Die S-Bahn ist ein echter Gewinn für die Region, sie geht über Kaiserslautern bis nach Homburg im Saarland.

Nach einer ausgedehnten Kaffeepause in der Altstadt von Heidelberg (hier gibt es traditionell ein hohes Aufkommen an Touristinnen und Touristen sowie Rollstuhlfahrerinnen und -fahrern) geht es dann mit der S-Bahn weiter zum Bahnhof Ludwigshafen. Dieser Hauptbahnhof wurde in Zeiten geplant, als viel Platz vorhanden war und Bahnhöfe ähnlich zu Autobahnkreuzen angelegt wurden. Lange Bahnsteige und unzählige Rampen, dafür keine Aufzüge, führen zu den Zügen. Die Atmosphäre ist etwas trostlos, aber der Weg ist das Ziel und das ist der Zug. Mit der Regionalbahn geht es dann zurück nach Mainz. In den Fahrzeugen ist ein Lift eingebaut, der vom Fahrzeugführer auch als Spaltüberbrückung eingesetzt wird. Anbei Fotos vom Ausstieg in Mainz.

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Fotos vom Ausklappen des Lifts zur Spaltüberbrückung bei der Regionalbahn RB 44

Selbstvertretung in Südtirol

Der letzte Tag unserer Südtirol Inklusions-Tour war geprägt von der Begegnung mit der Selbstvertretung von Menschen mit Behinderungen und beeindruckendem Naturerleben in den malerischen Bergen.

Auf dem Weg zum Karersee begleiten uns Karin Pfeifer, Robert Murmelter und ihr Unterstützer Johannes Knapp von People First, der Selbstvertretung von Menschen mit Lernschwierigkeiten in Südtirol. Sie berichteten von ihren Seminaren zur letzten Landeswahl, um Menschen mit Lernschwierigkeiten das Wahlsystem näher zu bringen. Das ist eine wichtige Ergänzung zur ihrer Broschüre in leichter Sprache zu den Wahlen. Für die nächste Landtagswahl in Rheinland-Pfalz ist das ein guter Ansatz, den wir übernehmen sollten.

Am Karersee mit barrierefreien Zugang zur Aussichtsplattform genoss die ganze Gruppe den Ausblick auf den Bergsee und die schneebedeckten Berge.

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People First Südtirol am Karersee

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Panoramabild vom See und Bergen

Von Bozen aus ging es dann mit der Seilbahn auf den Rittner. Begleitet wurden wir von Vertretern des Blindenverbands in Südtirol und von der Sozialgenossenschaft Independent. Beim gemeinsam Mittagessen gab es einen intensiven Erfahrungsaustausch zwischen der Selbstvertretung von Rheinland-Pfalz und Südtirol.

Mein persönliches Highlight war dann die Fahrt mit der Rittner-Bahn. Der kürzlich angeschaffte Hublift ermöglicht es auch für mich als Rollstuhlnutzer die wunderschöne Bahnstrecke zu nutzen. Hier ein paar Eindrücke von der Bahnfahrt.

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Die Seilbahn von Bozen war auch eines der Projekte, bei denen der Blindenverband beraten hat. Hier ein Bild vom Eingangsbereich mit Leitsystem für blinde und sehbehinderte Menschen.

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Abschied von Südtirol

Südtirol ist eine Inklusionsreise wert. Wir haben mit ganzen Gruppe hervorragende Eindrücke bekommen, wie ein Inklusives Schulsystem gelingen kann. Auch wie barrierefreier Tourismus umgesetzt und eine gute Selbstvertretung organisiert, werden sind bleibende Eindrücke.

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Abschiedsbild von der Inklusionstour